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Beitrag von Verbund mehrmonatiger Orientierungszeiten

Sie sind vom 15.04 - 15.05. eingeladen, in Gesprächskreisen Feedback zu den eingereichten Themen zu geben, um sie zu verbessern. Dabei stehen konstruktive Kritik und Optimierung im Fokus.

Vorhandene Gesprächskreise finden Sie unter dem Themenvorschlagstext. Gibt es noch keinen, können Sie in der rechten Seitenspalte den ersten Gesprächskreis eröffnen.
 
Unsere Forderung

Wir fordern einen gesetzlichen Rahmen, welcher das Recht auf mehrmonatige Orientierungszeiten für junge Erwachsene öffentlich anerkennt und finanziell fördert!


Die gegenwärtige Zeit stellt hohe Anforderungen an junge Menschen, neben den ohnehin einschneidenden Aufgaben dieser Lebensphase. Kein Wunder, dass viele junge Menschen an diesen enormen Herausforderungen scheitern oder zu scheitern drohen.

Was sind mehrmonatige Orientierungszeiten?
Mehrmonatige Orientierungszeiten sind Vollzeit-Bildungsprogramme mit gemeinschaftlichem Wohnen. Berufsorientierung, gesellschaftliches Engagement und Persönlichkeitsentwicklung, sind zentrale inhaltliche Säulen. Zielgruppe sind junge Erwachsene zwischen 18 – 25 Jahre im Übergang von Schule zu Beruf unabhängig von Herkunft, Vorbildung, weltanschaulicher Orientierung und finanziellen Möglichkeiten.
Die inhaltliche Ausgestaltung ist partizipativ, ganzheitlich und handlungsorientiert. Auf äußere Leistungsvorgaben wird in dieser Zeit ausdrücklich verzichtet. Die Anbieter von Orientierungszeiten eint die Vorstellung einer Gesellschaft kritisch denkender und verantwortlich handelnder Menschen, die den notwendigen sozialen, ökologischen und friedlichen Wandel in der Welt mitgestalten und sich mutig für ein gutes und gelingendes Leben einsetzen.

Warum brauchen wir mehrmonatige Orientierungszeiten?

Eine erste Antwort ist einfach: Junge Menschen haben ein Recht darauf! Damit aber Orientierungszeiten in der Breite möglich werden können, müssen sie öffentlich anerkannt und finanziell gefördert sein. Gute Beispiele dafür gibt es bereits im skandinavischen Raum.
Ergänzend zur heutigen schulischen Bildung benötigen sie gut strukturierte Räume selbstbestimmten Lernens, um sich eigene Gestaltungskompetenzen für ihr  Leben, aber auch für die notwendige gesellschaftliche Transformation anzueignen. Solche Kompetenzen sind u.a. formuliert im OECD Lernkompass 2030, der UNESCO Agenda Bildung 2030 sowie dem internationalen Framework der Inner Development Goals.
Ein geschichtlicher Hintergrund für mehrmonatige Orientierungszeiten sind die Überlegungen des dänischen Theologen und  Pädagogen Nikolai Frederik Severin Grundtvig (1783-1872). Er wollte eine „Schule für das Leben”, ohne Noten, in der Leben und Lernen unter einem Dach vereint werden und die Fülle der Lebenserfahrungen zur Sprache kommt.  Grundvig initiierte damit eine Folkehøjskole-Bewegung die bis heute die Kultur und Gesellschaft in ganz Skandinavien prägt.
 
Was würde sich nach der Etablierung mehrmonatiger Orientierungszeiten ändern?
Die Gesellschaft und Wirtschaft profitieren enorm von starken Persönlichkeiten mit hoher Sozialkompetenz und der Fähigkeit Verantwortung für sich, andere und das Gemeinwohl zu übernehmen. Der Bedarf ist hoch!
Auch der monetäre Schade, der entsteht, wenn junge Menschen für sich unstimmige Entscheidungen für ihren beruflichen Weg treffen, ist nachgewiesenermaßen hoch. Mit Orientierungszeiten kennen Studenten und Azubis sich, ihre Fähigkeiten und ihre Motivation besser.
Mit einem gesetzlichen Rahmen sind Orientierungszeiten gesellschaftlich anerkannte Räume (ähnlich FSJ/FÖJ/BFD) für das Recht junger Menschen auf Orientierung und ihrer Fragen nach gesellschaftlicher Verantwortung. Eine so genutzte Zeit wird damit in der Öffentlichkeit und von den Eltern und Großeltern junger Menschen als ein möglicher solider Weg in die Zukunft anerkannt und nicht mehr kritisiert.

Was soll ein Gesetz für mehrmonatige Orientierungszeiten regeln?
Ein Gesetz für mehrmonatige Orientierungszeiten regelt mindestens:
  • die Verortung  von und Zuständigkeit für Orientierungszeiten.
  • die Aufgaben der Träger von Orientierungszeiten.
  • die eigenverantwortliche und vielfältige inhaltliche Ausgestaltung der Programme von Orientierungszeiten ohne staatliche Vorgaben.
  • das Verfahren der Anerkennung von Trägern der Orientierungszeiten.
  • den Status als anerkanntes Format informeller Bildung, der u.a. auch die Kindergeldfortzahlungen ermöglicht.
  • die verlässliche finanzielle Förderung von Orientierungszeiten.
Uns liegen Orientierungszeiten für junge Erwachsene am Herzen
Ein Netzwerk von Anbietern, Unterstützer*innen und Interessierten versucht dieses Anliegen der Orientierungszeiten voranzubringen.
Zum Verbund mehrmonatiger Orientierungszeiten (VEMOZ) gehören:
Bachelor of Being (Orientierungszeiten gGmbH Kassel), www.bachelor-of-being.de
Falt*r (Förderverein Collegium Academicum Heidelberg e.V.), www.faltr.de
Moving Times (Ev. Bildungszentrum Hermannsburg gGmbH), www.movingtimes.de
Zukunftsjahr (Schloss Tempelhof e.V.), www.zukunftsjahr-tempelhof.de

https://www.orientierungszeiten.info


Eine Langfassung dieses Textes mit Quellenverzeichnis gibt es zum Download unter:
www.orientierungszeiten.info/abstimmung21-orientierungszeiten-fuer-junge-menschen-anerkennen/

Gesprächskreise (2)

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10 kommentare
22.04.2024
Was kostet das? Wie soll es finanziert werden?
Das klingt ja alles sehr nach "nice to have" in einer Wohlstandsgesellschaft, die alles im Überfluss hat. Leider ist die Welt gerade schwer im Wandel. Wie fi...
C
Charly
5 kommentare
23.04.2024
Wir haben doch schon ein Selbstbestimmungsrecht
Die Forderung nach einer gesetzlichen Regelung von "Orientierungszeiten" für Erwachsene ist obsolet, da grundrechtlich mit dem Selbstbestimmungsrecht der Bür...
C
Charly