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Beitrag von Christian Cray

Sie sind eingeladen, in Gesprächskreisen Feedback zu den eingereichten Themen zu geben, um sie zu verbessern. Dabei stehen konstruktive Kritik und Optimierung im Fokus.

Vorhandene Gesprächskreise finden Sie unter dem Themenvorschlagstext. Gibt es noch keinen, können Sie in der rechten Seitenspalte den ersten Gesprächskreis eröffnen.
 
Die Rechte der Natur anerkennen und durchsetzen!

Ein großes Dankeschön an alle, die das Thema "Rechte der Natur anerkennen und durchsetzen" unterstützt haben! Obwohl wir es leider nicht in die zweite Runde geschafft haben, freuen wir uns über die große Resonanz und den Zuspruch für das Thema!

Gleichzeitig freuen wir uns für unsere Freund*innen von Stop Ecocide Deutschland, die mit dem Thema "Ökozid zum Verbrechen machen" in die nächste Phase eingezogen sind. Stop Ecocide Deutschland hat nun Aspekte des Themas Rechte der Natur in ihren Themenvorschlag integriert. Wir möchten hierfür unsere Unterstützung bekunden: Stimmen Sie für den Vorschlag!

Hier geht es zum Thema: https://abstimmung21-mitmachen.de/proposals/225-okozid-zum-verbrechen-machen-und-die-rechte-der-natur-anerkennen



Eine wirkungsvolle Abwendung der Klimakrise und des Artensterbens ist mit den bestehenden juristischen und politischen Möglichkeiten unerreichbar. Wälder, Flüsse, Tierarten sowie ganze Ökosysteme sollten Rechtspersonen sein, die juristisch in eigenem Namen auftreten und Klage führen können.

Jedoch sind der bedrohte Schweinswal in der Ostsee oder die ausbleibenden Wildbienen im Schwarzwald vor Gericht bis heute nur eine Sache, die keine eigenen Rechte hat. Weil nur Menschen Rechte haben können? Wieso ist dann ein Kapitalunternehmen eine Rechtsperson, aber ein Wald mit seiner lebendigen Vielfalt und seiner Bedeutung für uns Menschen oder für denkende Wesen wie Wal, Hund oder Schimpanse jedoch nicht? Eine Tierart oder ein Ökosystem erfüllen nicht nur „Dienstleistungen“ für den Menschen, sie haben einen Wert und sogar eine Würde an sich. Dennoch unterliegen sie regelmäßig einseitigen menschlichen Interessen; ob die Alpentäler, der Vogel des Jahres, der Amazonas, Korallenriffe… es scheint heute absurd, dass sie ihr Recht auf Leben juristisch nicht einfordern können.

Dabei sind die Rechte der Natur längst keine Utopie mehr:
  • In Ecuador ist laut Verfassung die Natur ein Rechtssubjekt. 2023 hat ein bedrohter Frosch im Bergregenwald des Andenlandes als Nebenkläger einen Prozess gewonnen. Dorfbewohner/innen klagten erfolgreich gegen ein großes Minenprojekt des Kupfermultis CODELCO.1
  • In Spanien erklärte, ebenfalls 2023, das Präsidialamt den See „Mar Menor“ zur Rechtsperson.2
  • Im März 2024 anerkannte das Oberlandesgericht des Bundesstaates Loreto in Peru den Amazonas-Anrainerfluss Marañon zum Rechtssubjekt.3
  • Im April 2024 erklärten die Ureinwohner/innen von Neuseeland, die Maori, die Wale vor ihrer Küste zu Rechtspersönlichkeiten.4

    Mittlerweile anerkennen über 200 Länder, Regionen und Gemeinden die Rechte der Natur. Auch auf kommunaler Ebene bilden sich Bündnisse, die eine städtische Verordnung anstreben, in Deutschland zurzeit in Bonn und in Freiburg.

Wie kann das gehen?
  • Als Netzwerk Rechte der Natur fordern wir eine Änderung des Deutschen Grundgesetzes im Sinne der Anerkennung der Natur als Rechtsperson5 (Vorschlag siehe ganz unten). In Bayern läuft derzeit ein Referendum, um die Landesverfassung zu ändern6, 25.000 Stimmen wurden bereits gesammelt.
  • Ähnlich wie ein Mensch müsste sich die Natur vor Gericht anwaltlich vertreten lassen, damit ihr Recht auf Leben und Gedeihen hörbar wird.
  • Die Natur zum Rechtssubjekt zu erklären, bedeutet nicht, die bestehende Gesetzgebung wie z.B. das Naturschutzrecht oder das Umweltverbandsklagerecht abzuschaffen, im Gegenteil: Die Natur erfährt im bestehenden Rechtssystem eine Aufwertung als Klägerin.
  • In einer demokratischen Rechtslogik gewichtet ein/e Richter/in die unterschiedlichen Interessen und spricht auf gesetzlicher Grundlage das Urteil. Deshalb würde die Natur natürlich nicht per se jeden Fall gewinnen.
  • Die Menschenrechte erfahren keine Abschwächung. So haben z.B. in Ecuador die Rechte der Natur auch Menschen und Gemeinschaften gestärkt, z.B. ihre Rechte auf Gesundheit und würdige Arbeit einzufordern. Die Menschenwürde bleibt unangetastet. Aus einer neu anerkannten "Würde der Natur" ist jedoch ebenfalls ein Recht auf Schutz und Achtung dieser Würde ableitbar.

In der Rechtsgeschichte hat eine Erweiterung von juristisch begründbaren Ansprüchen auf neue Träger von Rechten immer einen gesellschaftlichen Fortschritt für Alle gebracht. Von der Abschaffung der Sklaverei über das Frauenwahlrecht bis zur Anerkennung der Rechte zukünftiger Generationen. Jedoch beinhaltet dieser Schritt damit immer auch eine Hinterfragung von scheinbaren Selbstverständlichkeiten. Die Rechte der Natur lassen uns fragen, ob wir Menschen vielleicht nicht die „Krone der Schöpfung“ sind, sondern nur ein Teil des großen Netzwerks des Lebens auf der Erde.

Unten finden Sie unseren Vorschlag für eine Grundgesetzreform7

Benachrichtigungen von Christian Cray (1)

Rechte der Natur unterstützen über den Themenvorschlag Ökozid - Abstimmung 21

26.06.2024

Liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer von „Rechte der Natur anerkennen und durchsetzen“,

wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen/dir bedanken für die Unterstützung unseres Themenvorschlags bei Abstimmung 21. Leider hat es dieses Jahr noch nicht ganz für die nächste Runde gereicht. Wie dem neuen Text auf unserem Themenvorschlag entnommen werden kann, unterstützen wir nun die Petition „Ökozid zum Verbrechen machen und die Rechte der Natur anerkennen“ von Stop Ecocide Deutschland. Wir bitten Sie/dich, dies auch zu tun und für den Vorschlag zu stimmen, damit er es in die finale Runde schafft. Der Vorschlag der Schaffung eines Straftatbestands „Ökozid“ ist zwar nicht identisch mit den Rechten der Natur, für seine Durchsetzung wäre die Natur als Rechtsperson jedoch zweifelsfrei hilfreich und unterstützend.

Tragen Sie sich /trag dich gerne in unseren Netzwerk-Newsletter ein, zu finden auf unserer Webseite www.rechte-der-natur.de (rechte Leiste). Wir berichten regelmäßig aktuell zu Ereignissen, Veröffentlichungen und Veranstaltungen zu den vielfältigen Forschritten bezüglich der Rechte der Natur in Deutschland, Europa und weltweit.

Oder werden Sie / werde Mitglied im Verein Netzwerk Rechte der Natur e.V. Jede Stimme macht uns stärker! info@rechte-der-natur.de

Herzliche Grüße vom Netzwerk Rechte der Natur,

Christian Cray

Gesprächskreise (4)

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7 kommentare
03.05.2024
Definition?
Wir haben doch Naturschutzgesetze, die werden ständig weiter entwickelt. Wer sollte denn sonst die (mehrheitlich anerkannten) Rechte der Natur definieren? ...
D
Dieter Kujawa
0 kommentare
06.06.2024
Ist `die Natur´ eine handelnde Person, die durch Anwälte zu vertrete...
Die Natur ist kein dem Menschen gegenüberstehender Partner mit Regeln zu ihrer Vertretung. Alles was Menschen über die Natur sagen, entspringt dem Denken der...
C
Christa Meist
0 kommentare
04.06.2024
Mehrere Themen unterstützen! - auch "Naturnaher Wald statt Holzfabrik...
2 verwandte Themen zusätzlich noch unterstützen (wählen) - nur noch 2 Tage!..... Man kann das eigene Anliegen bei Abstimmung24 wählen und zusätzlich noch ...
J
Jürgen Kruse
8 kommentare
18.04.2024
Rechte der Natur - wie durchsetzen?
Ich finde die Forderung interessant und auch etwas nachvollziehbar, aber wie soll diese durchgesetzt werden? Ohne bundesweiten Volksentscheid wird das wohl ...
I
Ingo Weidelt